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UNSER SCHULGARTEN - EIN GESAMTKUNSTWERK MIT VIELFÄLTIGEN AUFGABEN

Ein kleiner Junge spielt in der Sandkiste. Stundenlang könnte er da bleiben. Aber die Pause ist bald vorbei. Dann geht er mit seiner ersten Klasse, in einer langen Reihe an der Hand gefasst, singend zum Labyrinth, wo Tanzen und Ballwerfen geübt werden. Auf dem Weg dorthin begegnet er zwei Schülern der Werkoberstufe. Sie schieben eine mit Kies voll beladene Schubkarre.

Der Sand ist für den großen Spielplatz bestimmt. Das neue Spielschiff überragt die anderen Spielgeräte und schirmt sie gleichzeitig von der großen Spielwiese ab. Das Schiff braucht noch ein Kiesbett, bevor es zum Spielen freigegeben wird. Die Schüler der Mittelstufe können kaum erwarten, dass das Bausperrband entfernt wird. Derweilen schaukeln und klettern sie an den vorhandenen Geräten und zeigen, wie geschickt sie sind.

Von der großen Spielwiese tönen laute Stimmen. Fröhlich jagen einige Schüler hinter dem Ball her. Jeder will das schönste Tor schießen. Einige Zuschauer sitzen auf dem Balancierbalken und unterhalten sich angeregt. Da lässt lautes Krachen die Unterhaltung stocken.

Eine Weide ist gefällt worden, sie stand anderen Bäumen im Wege. Rasch machen sich nun die Werkoberstufenschüler daran, den Stamm mit Baumsägen und großen Astscheren zu entasten. Mit vereinten Kräften ziehen sie ihn dann mühsam beiseite.

Gerne lässt man sich von den jüngeren Schülern bestaunen.

Die Mittagszeit bringt Ruhe in den Garten. Vögel zwitschern an den Vogeltränken, Grillen zirpen, der Falke rüttelt über der Wiese. Falter flattern vom Majoran zum Sommerflieder. Eine Gruppe von Besuchern betrachtet mit Herrn Tobler die Plastiken, die seit dem Frühjahr im Garten aufgestellt sind. Abends in der Dämmerung wird sich der Hase zum Äsen auf die Wiese wagen und der Igel schnaufend seinen Rundgang beginnen. Herbstanemonen, Phlox und Sonnenblumen verabschieden leuchtend den späten Sommertag. Bald werden Astern und bunte Blätter den Herbst einläuten.

Ständig ändert der Garten im Wechsel der Jahreszeiten sein Gesicht. Immer zeigt er andere Glanzpunkte, stehen andere Pflanzen im Vordergrund. Obst und Gemüse schenkt er uns im Sommer und Herbst, Blumen und anderen Vasenschmuck fast das ganze Jahr über. Selbst im Winter findet das Auge des Betrachters noch Schönheit und Vielfalt, so kann neugierig und er-wartungsvoll dem neuen Jahr entgegen geschaut werden.

Im gegenwärtigen Zustand liegt der Keim der Zukunft. Wie mag sich der Garten in einigen Jahren zeigen? An den wachsenden Bäumen kann die Gestalt erahnt , die Änderung erfahren werden. Mit der Entwicklung soll das harmonische Gesamtbild gestärkt, die Vielfalt vergrößert und die Möglichkeiten der Nutzung vervielfältigt werden. Spielmöglichkeiten, Ruheräume und Arbeitsmöglichkeiten sollen sowohl getrennt wie verwoben und im Gesamtbild zu einem Ganzen zusammengefügt erscheinen.

Unauffällig und dabei möglichst effektiv muss der Eingriff durch den Gärtner erfolgen. Die menschlichen Pflegemaßnahmen geschehen im Einvernehmen mit den Naturkräften. Der Garten wird so zu einem dauernden lebendigen Kunstwerk. Ständig entwickelt und ändert es sich. Täglich wird es anders schön, nie ist das Kunstwerk beendet. Deshalb sagte der große Pflanzenzüchter Karl Förster:

"WER MIT SEINEM GARTEN SCHON ZUFRIEDEN IST, VERDIENT IHN NICHT."

BERICHT ALS PDF..............................................................................................Victor Mahlau